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Bestrahlte Blutprodukte

Zur Vermeidung einer Übertragung von vermehrungsfähigen immunkompetenten Lymphozyten (Gefahr einer Graft-versus-Host-Reaktion) bei besonders gefährdeten Patienten sollten die Blutkomponenten mit ionisierenden Strahlen behandelt werden. Die empfohlene Dosis beträgt 30 Gy.

 

Die wichtigsten Indikationen sind:

  • Patienten mit Stammzell- oder Knochenmarktransplantation
  • Patienten mit schwerem Immundefektsyndrom, AIDS
  • Intrauterine Transfusion, postpartale Austauschtransfusion
  • Frühgeborene ≤ 37. SSW, Neugeborene mit V.a. Immundefizienz
  • M. Hodgkin (alle Stadien)
  • Hochdosis-Chemotherapie bei Leukämien, malignen Lymphomen und soliden Tumoren
  • Therapie mit Purinanaloga, Therapie mit Anti-T-Lymphozyten-Antikörpern u.a.
  • One way HLA-match (Verwandtenspende, HLA-ausgewählt, Granulozytenpräparate)

 

Detaillierte Angaben hierzu finden sich in den Richtlinien Hämotherapie und in den Leitlinien der BÄK zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten.

 

 

Anti-CMV-Antikörper negative Blutpräparate

Folgenden besonders gefährdeten Patientengruppen sollten CMV-AK-negative zelluläre Blutpräparate transfundiert werden:

 

  • Feten (intrauterine Transfusion)
  • Empfänger eines allogenen Stammzellpräparats, wenn sie selbst und der Spender aCMV-negativ sind
  • Empfänger mit schweren angeborenen Immundefekten (SCID)

 

Im Notfall und bei Versorgungsschwierigkeiten können ausschließlich leukozytendepletierte Präparate transfundiert werden.

 

 

Gewaschene zelluläre Blutprodukte

Bei bestimmten Erkrankungen, klinischen Unverträglichkeitserscheinungen oder bei Antikörpern gegen IgA oder andere Plasmaproteine müssen die zellulären Blutprodukte gewaschen werden, um die Anteile an Spenderplasma zu reduzieren. Diese Spezialprodukte werden nur auf Anforderung hergestellt und bedürfen nach Möglichkeit einer vorherige Absprache.

 

 

HLA-kompatible Thrombozytenkonzentrate

Die Gabe von HLA- oder Plättchenantigen-kompatiblen THK von Einzelspendern ist bei Patienten mit Vorimmunisierung gegen die entsprechenden Antigene des HLA- oder HPA-Systems unabdingbar, um einen Thrombozytenrefraktärzustand zu verhindern bzw. zu beheben.

Hier ist zwingend eine möglichst frühzeitige Absprache mit der Blutspendezentrale notwendig, da diese Präparate gezielt hergestellt werden müssen. Außerhalb der Öffnungszeiten der Blutspendezentrale kontaktieren Sie bitte die Blutbank.

Ein entsprechendes Merkblatt nebst Anmeldeformular finden sie hier.

 

 

 

Kryokonservierte Erythrozytenkonzentrate

Für Patienten mit komplexen Antikörper-Gemischen oder mit Antikörpern gegen hochfrequente Antigene steht unter Umständen nur sehr selten ein passendes Erythrozytenkonzentrat zur Verfügung.

Damit solche Patienten im Bedarfsfall schnell und mit einer ausreichenden Zahl an Präparaten versorgt werden können, werden Erythrozytenkonzentrate von Blutspendern mit besonders seltenen Blutgruppeneigenschaften mittels einem speziellen Verfahren haltbar gemacht und in spezialisierten Blutbanken tiefgefroren gelagert.